17
Apr

LARP Waffe selbst gemacht: Sitzbank (1. Versuch)

   Posted by: Adrian   in Basteln

Das nächste Projekt einer gepolsterten Waffe, das ich mir vorgenommen hatte, war die Sitzbank.
Da ich im Kung Fu diese Waffe lernen möchte bzw. auch dabei bin und da wir im Training auch mit gepolsterten Waffen kämpfen, lag es sehr nahe, die Sitzbank als traditionelle Waffe ebenfalls gepolstert nachzubauen. Die besondere Herausforderung war die Struktur der Waffe sowie die Stabilität hinzukriegen. Die hier beschriebene Bauart würde ich letzten Endes doch nicht unbedingt empfehlen, da ich mittlerweile Schwächen gemerkt habe, die ich im nachhinein hätte verhindern können… aber nun gut. Ich erzähle einfach mal, wie ich den ersten Versuch gestartet habe, eine gepolsterte Sitzbank zu bauen. Ich habe versucht möglichst viele Bilder zu machen, weil ich der Meinung bin, dass Sehen mehr bringt bei so einem Thema als Lesen.


Das Vorbild war dabei eine asiatische Holzbank aus schwerem Massivholz. Im Gegensatz zu der entstehenden gepolsterten Sitzbank, kann man auf dieser hier auch mal Platz nehmen.

Zunächst die Materialien:
- einen Teil einer alten Schrankrückwand (ca. 80 x 15 cm)
- Holzlatte (2,4m)
- 6 Schrauben jeweils mit Unterlegscheibe und Mutter
- 20 Holzschrauben (spitz) mit Unterlegscheibe
- Lochband
- Schaumstoff
- guter Kleber (hier: Montage-Kleber)
- Panzer-Tape (hier: schwarz)
- gutes Werkzeug

Beim Schaumstoff ist zu sagen, dass ich den sogenannten “Industrieschaumstoff” genommen habe. Das ist eine Mischung Styropor und feine Luftpolsterfolie… ich weiss nicht, wie dieser Schaumstoff in Fachkreisen genannt wird, aber er ist ideal für gepolsterte Waffen. Man kann ihn drehen und winden und er springt immer in die ursprüngliche Position zurück ohne Schäden davon zu tragen.
Insgesamt würde ich hinterher eher davon abraten so dünnes Holz zu nehmen, wie ich es getan habe, da die Stabilität letzten Endes doch nicht so gut ist, wie ich es mir erhofft habe. Entweder dickeres Holz, was gleichzeitig schwerer, klobiger oder härter bedeutet, oder Kunstoff / GFK (glasfaserverstärktem Kunststoff) eventuell nutzen.
Da das Ganze nur ein erster Versuch werden sollte und ich schon damit gerechnet habe, dass die Bauart nicht optimal sein wird, habe ich es mir gespart, die Banz mit Latex und Farbe zu besprühen oder bepinseln… stattdessen sollte einfaches schwarzes Tapeband die äussere Hülle bilden. Vorteil: das Panzer-Tape stabilisiert nochmal ein wenig mit, wenn man es gut verklebt.

GerüstmaterialKleberTape

Alles in allem bewegt sich das in einem Kostenrahmen von ca. 27 EUR, wobei zu sagen ist, dass ich die Schrankrückwand im Baumarkt vom Restpostenbestand für 1 EUR und den Schaumstoff aus nicht mehr verwendeten Verpackungen einer Firma kostenlos bekommen habe, da es sonst im Müll gelandet wäre (Danke an Silver hierfür !).
Der Kleber war dafür recht teuer, aber er hält auch schnell und gut.

1. Das Gerüst
Angefangen habe ich mit dem Gerüst. Wie gesagt, empfehlen kann ich es in dieser Bauweise nur bedingt, aber durch zusätzliche Verstärkungen und evtl. besseres Holz, ist es evtl. doch nicht so übel.
Als Erstes habe ich die Hartfaserplatte zurecht geschnitten. Die Originalbank hat eine Sitzfläche von 80 x 15 cm. Dass ich das bei der gepolsterten aus Materialgründen (zu wenig Schaumstoff) nicht hinkriegen würde, war mir klar, aber 65 x 15 cm waren zu schaffen. Die Form, die ich ausgeschnitten habe war also deutlich schmaler als 65 x 15 cm ausser an den vier Punkten, wo die Beine angeschraubt werden. Dort musste die Sitzfläche die maximale Breite annehmen, was nicht weiter schlimm ist, da die Treffgenauigkeit dort gering ist.

Sitzfläche schneidenSitzfläche schneiden

Als nächstes musste ich die lange Holzlatte einteilen und zurechtsägen. Ich teilte die Latte in vier Mal 48 cm Stücke und zwei Mal 25 cm Stücke auf. Die Enden sägte ich schräg an, so dass es sich relativ gut zusammenfügen ließ.

Beine sägenBeine sägen

Anschließend befestigte ich das Lochband mit jeweils zwei spitzen Holzschrauben an die Lattenstücke, die später die Bankbeine darstellen sollten. Dabei splitterte das Holz leicht, aber es riß Gott sei Dank nicht, daher war die Stabilität noch da. Wie gesagt, das nächste Mal dickeres und besseres Holz nehmen, wenn es Holz sein soll. Spart nicht mit Unterlegscheiben, denn sie sorgen dafür, dass Lochband und Schraube großflächiger aufeinander passen. Ich habe extra breite Unterlegscheiben hier genutzt. Das Lochband dabei so abschneiden (hier 20 Löcher), dass genügend am anderen Ende vorhanden ist, um es großzügig an der Sitzfläche zu verschrauben. Weiter unten seht ihr, wie ich es mir gedacht hatte.

Lochband befestigenLochband befestigenLochband befestigen

Nun galt es die Löcher an der Sitzfläche zu bohren. Dafür wollte ich jedes Lochband mit jeweils mit einer Schraube und in der Mitte beide gegenüberliegende Lochbänder mit einer gemeinsamen Schraube befestigen… also hieß es, drei Löcher in der richtigen Abmessung bohren.

Löcher bohrenLöcher bohrenLöcher bohrenBeine festschraubenBeine festschraubenBeine festschraubenBeine verschraubt

Zu guter Letzt mussten die Querverstrebungen angebracht werden. Dabei bin ich im Grunde genau so vorgegangen wie mit den Beinen (hier 14 Löcher statt 20 für das Lochband), nur dass ich jeweils nur eine Schraube genutzt habe. Ich hab mir gedacht, es wird für das kleinere Holzstück schon reichen. Die Kunst hierbei war es, die Querverstrebungen richtig waagerecht zu befestigen und auch auf gleicher Höhe.

QuerverstrebungQuerverstrebungQuerverstrebung

Das Gerüst war nun also fertig. Noch relativ flexibel, da die Sitzfläche aus einer ehemaligen Schrankrückwand sehr biegsam war und ist. Der Schaumstoff wird den Rest schon dazu beisteuern.

Gerüst fertigGerüst fertig

2. Die Schaumstoffpolsterung
Soweit so gut, das Gerüst stand also mehr oder weniger. Nun galt es, das Gerüst schön mit Schaumstoff einzupacken. Hierbei muss das Ganze bombenfest verklebt werden. Normalerweise würde ich immer raten, Patex zu nutzen, aber da ich ja beschloßen hatte, die Bank nicht mit Latex und Farbe optisch zu verfeinern, nutzte ich hier Montagekleber und verklebte das Ganze ein wenig gröber, da das Panzer-Tape-Band den Rest schon erledigen würde.
Zunächst musste der Schaumstoff mit einem scharfen Messer angepasst werden. Anschließend großzügig mit Kleber einschmieren und an der Sitzfläche festkleben. Dafür braucht man schon einiges an Gewicht. :-)

Sitzfläche polsternSitzfläche polsternSitzfläche polsternSitzfläche polsternSitzfläche polstern

Nach kurzer Zeit ist der Montagekleber trocken und die Oberseite der Sitzfläche sitzt bombenfest. Nun musste ich an den Stellen, wo die Beine angebracht wurden, den Schaumstoff einschneiden und dann konnte ich genau so auch die Unterseite der Sitzfläche festkleben.

Sitzfläche polsternSitzfläche polsternSitzfläche polsternSitzfläche polsternSitzfläche polsternSitzfläche polstern

Nach der Sitzfläche ging es an die Beinpolsterung. Das forderte etwas mehr Geschick, da die Beine nicht nur von zwei sondern von vier Seiten gepolstert werden mussten. Dafür war es nötig zunächste eine Aushöhlung einzuschneiden und zwar so breit wie das Holz der Beine. Ich hatte das Glück, dass meine Gerüstbeine so breit wie ein Zollstockwaren, d. h. ich konnte entlang des Zollstocks den Schaumstoff einschneiden. Dabei musste ich aufpassen das Messer nur zur Hälfte in den Schaumstoff einzudrücken. Hier muss man im Grunde gucken, dass das Verhältnis zwischen Schaumstoff und Gerüst passt und das Gerüst komplett im Schaumstoff von beiden Seiten versenkt werden kann. Hier zeigte sich wieder ein Vorteil des Industrieschaumstoffes: als ich entlang des Zollstockes geschnitten hatte, konnte ich die Aushöhlung langsam Stück für Stück abreissen (siehe Bild unten).

Beine polsternBeine polsternBeine polsternBeine polsternBeine polsternBeine polstern

Nun konnte ich die Aussenseiten schon mal verkleben. Hier musste ich auf jeden Fall darauf achten, dass der Schaumstoff oben möglichst eng und lückenlos an der Sitzfläche anlag und unten genug Schaumstoff über dem Holz überstand, so dass die Spitze der Beine genug gepolstert war.

Beine polsternBeine polsternBeine polstern

Als nächstes nahm ich mir die Innenseite der Beine vor. Dafür musste ich zunächst an einer Seite des Schaumstoffes eine Kerbe für die Querverstrebung einschneiden. Das ausgeschnittene Schaumstoffstück habe ich jedoch nicht weggeschmissen, sondern anschließend in der Kerbe an der Querverstrebung mit verklebt. Ich wollte sichergehen, dass möglichst alle Stellen gepolstert waren.

Beine polsternBeine polsternBeine polstern

Auf ähnliche Weise bin ich dann auch mit den Querverstrebungen vorgegangen. Passen schneiden, von beiden Seiten aushöhlen, verkleben.

Querverstrebung polsternQuerverstrebung polstern

Und nach dem ganzen Schneiden und Verkleben, sah das Ergebnis so aus.

Sitzbank gepolstert

3. Abschluß
Damit der Schaumstoff auch geschützt und bis zur letzten Pore verklebt sein sollte, tapte ich die Sitzbank mit so genanntem “Panzer-Tape-Band” statt zu latexen. Nicht schön, aber zweckmässig. Für den Einsatz beim Training absolut ausreichend. Nach ca. 11 Stunden war sie also fertig… die gepolsterte Sitzbank.
Sollte ich jemals auf die Idee kommen, eine zweite Sitzbank zu bauen, so werde ich neben einem stabileren Gerüst auch Latex und Farbe für das Optische nutzen.

Sitzbank gepolstertgepolsterte Sitzbank fertig

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This entry was posted on Samstag, April 17th, 2010 at 13:20 and is filed under Basteln. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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